VIEUX SINZIG - Entstehungsgeschichte



Am Anfang war das Blatt. Nicht aus der Papiermühle, sondern vom Rebstock. Mit seiner Idee, die Geometrie eines Weinblattes als "natürliches" Grundraster für den Neubau eines Restaurants zu nutzen, hatte der Kölner Bühnenbildner Walter Brandes, die Phantasie des Naturliebhabers Jean-Marie Dumaine zum Blühen gebracht. Sehr ansehnlich sah er nämlich nicht mehr aus – der alte Gasthof, den der Gourmet-Koch direkt vis-à-vis von seinem Restaurant an der Kölner Straße in Sinzig gekauft hatte, um seinen Betrieb zu vergrößern. Und die durchaus erhaltenswerte Architektur des Jugendstilbaus mit den Anforderungen an ein großzügiges, modernes Restaurant und der Küchen-Philosophie des Kochs aus der Normandie in Einklang zu bringen, hatte sich als knifflige Herausforderung erwiesen.

Dabei lag die Lösung gleich in der Nachbarschaft – in den Weinbergen des Rotweinparadieses Ahr. Die Geometrie des Weinlaubs passte ganz "natürlich" in den Zuschnitt des Grundstücks, das sich von der bestehenden Bausubstanz wie ein Fächer zu einer gartenähnlichen Freifläche öffnete. Zu einer Bühne, auf der Jean-Marie Dumaine seine Vorstellungen einer frischen Naturküche regelrecht inszenieren konnte: Wie die Adern eines Weinblattes öffnen sich die drei Flügel des Gastraums zur Abendsonne, umschließen den Naturgarten mit seiner Artenvielfalt von Kräutern und Wildgemüsen, die Jean-Marie Dumaine längst für seine Küche entdeckt und zur höchsten kulinarischen Blüte gebracht hat.

Eine sorgfältige Auswahl der Baumaterialien macht es möglich, das Interieur mit dem Exterieur zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen. Der Naturbaustoff Holz prägt den von Grund auf neuerbauten Gästebereich, ein aufwendiger Terazzo-Boden mit weißen Naturstein-"Blüten" nimmt die Farb- und Formensprache des Gartens auf und schlägt die Brücke zwischen Entrée, Küche und Restaurantbereich. Mit einer nahezu durchgehenden Glasfront öffnet sich die Architektur zum Naturgarten, holt Licht und Luft hinein, spendet Schatten und schützt vor einem sommerlichen Regenguss gleichermaßen: Das neue VIEUX SINZIG – eine Loggia, in der jeder der maximal 60 Gäste einen Logenplatz an der belebten Naturbühne von Kräutern und Wildgemüse im Wechselspiel der Jahreszeiten findet.

Und wenn er möchte, kann der Gast voller Vorfreude einen Blick in die großzügige Küche genießen und beobachten, wie der Maître und sein Team das gewählte Menü zubereiten. Die Küche ist nicht Kulisse, sondern eine Bühne, auf der die Hauptdarsteller unter der Kochmütze tagtäglich live ihr Erfolgsstück aufführen: Natur erleben und genießen